Tierheim-Igel erfolgreich ausgewildert

Von 241 auf knapp 600 Gramm Winterschlafgewicht | Für euch nur irgendein Igel – für mich: Charlie. Vor drei Jahren im Spätherbst im Tierheim in die Hand gedrückt bekommen als sie aus allen Nähten platzten. Mühsam gepäppelt, jedes Gramm ein Erfolg. Charlie war ein Kampfigel und hatte so gar keinen Bock auf mich, schnappte ständig zu, verbiss sich in Schuhe, jagte mich regelrecht – er wusste schon wie er im langweiligen Krankenhaus-Aufenthalt Spaß haben konnte. Mitte Januar kam er dann ins Freigehege in den Schrebergarten. Glücklicher war er auch dort nicht, kämpfte weiter und rannte und rannte und rannte…

Charlie-©Foto-Susanne-Perk-Kuhlmann-Rhabarberflittchen
Charlie in seinem Freigehege nach Beendigung des Winterschlafs. Optisch hatte er kaum abgenommen. Da es ihm sichtlich gut ging fing ich lieber Käfer & Co., um ihn an Wildfutter zu gewöhnen, als ans Wiegen zu denken. Berührt zu werden war ihm schon immer eine Qual…

Das mit dem Winterschlaf haben wir hinbekommen und es war ein Freudentag, als ich dann nach ein paar Tagen Eingewöhnung und intensiver Fütterung im Mai das Freigehege öffnete und sich sein Aktionsradius auf 500qm erweiterte. Denn erst muss er wieder auf sein Herbstgewicht kommen bevor er losgehen darf – in einem ihm fremden Revier würde er gerade Anfang des Jahres noch nicht genügend Futter finden. Zumal wir ja auch nicht wussten ob ihn andere Igel vielleicht gleich aus ihrem Revier drängen würden.

Alles wurde schön abgesperrt, damit er den Garten als seine Base kennenlernen und dann gestärkt losziehen und selbst bestimmen darf. Er, der kräftige Igelmann, kam nicht aus dem Garten heraus – aber eine findige, kleine Igelin fand den Weg von aussen zu ihm. Nur drei Tage waren mir mit meinem neuen Gartenbewohner im Gartenrevier vergönnt, dann kam das nächtliche Keckern (ein so wunderschöner, wilder Laut) und bald darauf, keine Viertelstunde später, begann das Igelkarusell, das umeinander Drehen im Liebesrausch…

Oben im Video Charlie beim Erkunden seines Reviers nach Beendigung seines Winterschlafs und nach Öffnen des 6qm Freigeheges. Eine Nacht später kam die Igelin…

Damit er sich nicht in dem Durchschlupf verfangen konnte, durch den sich die kleine Igelin eingeschlichen hatte (im Schrebergarten ist wegen Wild-Kanninchen eigentlich alles zugebaut mit Draht), hab ich noch in gleicher Nacht alle Steine entfernt, die meine neuen Durchschlüpfe unter den Türen vorübergehend schützen sollten bis sich Charlie eingewöhnt hatte. Zwei Nächte später war er weg – begleitet von meinen guten Wünsche und der Ermahnung sich von den Straßen fern zu halten.

Ein paar Wochen später erzählte mir eine Nachbarin dass sie jetzt statt eines Igels jeden Abend zwei füttert, bzw. diese beiden der Katze das Futter streitig machen. Ich war happy, wusste ich ihn dort in guten Händen und in der Anlage ein gutes Leben für ihn…

Im meinem zweiten Schrebergartenjahr sah ich ihn nie, hoffte immer mal darauf, aber da war nichts. Mittlerweile ist der Garten jetzt im dritten Jahr, mit wilden Ecken, zugänglichen Komposthaufen, ich mulche wegen der Laufkäfer, mit ebenerdiger Vogeltränke undundund… Gespritzt wird nur mit Wermuttee & Co – langsam spielt sich alles als kleines Naturparadies ein. Ich hab kapiert wie alles auf allem basiert: —-> mehr Laufkäfer, weniger Schnecken, mehr Käfer, mehr gesunde Charlies. Ich hab zwar teilweise einen Kiesgarten, aber einen richtigen und keine Schotterwüste, sondern mit aufgeschichteten Steinen und Durchschlupf für Spinnen und anderes nächtliches Getier. Pflanzen dürfen sich selbst versamen und die Kiesflächen bevölkern.

Irgendwann dann im Hochsommer dieses dritten Gartenjahres 2018 fand ich Igelkacka auf dem Kiesweg zwischen den Beeten, speziell dort, wo früher Charlies Futterhaus stand. Ich war glücklich, wusste ich doch jetzt endgültig, dass er meinen Garten wieder als Revier betrachtet und das es dort wohl genügend zu holen gibt. Sein früheres Schlafhaus hatte ich irgendwann im Frühsommer einmal umgestellt, eigentlich eher in eine trockene Ecke abgestellt, als ich das Freigehege auflöste. Das fand ich jetzt gefüllt mit Blättern und Stroh – er wohnt nicht immer dort, aber nutzt es wohl als zusätzliche Residenz. Seine Vorliebe für knisterndes Seidenpapier musste er wohl aufgeben in der Natur. Ich bin mir aber sicher, hätte er die Wahl, er würde wieder danach greifen!, mein kleiner Luxuskämpfer. Auf dem Video ganz oben ist übrigens zu sehen wie er danach greift und das Seidenpapier ins Haus trägt als er noch bei mir in der Wohnung sein Quartier hatte. Übrigens hab ich bei jedem Wachgang seine Igelburg wieder ‚zerstört‘ – ich war froh wenn er Papier einsammelte und Sinnvolles zu tun hatte, fürchtete schon um blutige Füßchen weil er nur an den Aussenwänden lang rannte. So war er beschäftigt…

Eine laue Sommernacht, ich auf Schneckenfang, sah ich ihn dieses Jahr auch nachts durch den Garten spazieren. Parallel hatte ich einen Appell gelesen, in dem gebeten wurde in diesem supertrockenen Sommer Igel zu füttern – mir war nicht ganz wohl, wusste ich doch nicht, ob ich nicht anderes anziehe damit. Kramte aber sein altes Futterhaus hervor, durch die Klappe wagen sich angeblich keine Ratten (??), und fand am nächsten Tag eindeutig Igelkacke im Futterhaus. Mein kleines Hecken-Schweinchen hatte das Futter gefunden!

Oben im Video ist Charlie in seinem dritten Lebensjahr zu sehen mit, ich schätze mal, gut 1000 Gramm, der zielstrebig im Futterhaus verschwindet… Rührei (natürlich ungewürzt) ist übrigens immer noch seine Lieblingsspeise während der zweite, kleinere Igel lieber beim Katzenfutter pickt.

Mittlerweile kommen sie zu zweit in der Dunkelheit, holen sich ihre erste Ration in der Dämmerung von Nachbarin Christine, stromern dann herum und planen mich für ihre spätere, nächtliche Route ein. Ich hoffe sie finden auf dem Weg zu mir viele Käfer mit Chitinflügelchen als Arznei gegen Lungenwürmer & Co und den einen oder anderen Engerling im Kompost. Der Größere von beiden ist übrigens eindeutig Charlie, er hatte so ein ganz merkwürdiges Gesicht, war auch nicht unbedingt der hübscheste in der Igelstation – aber eindeutig einer mit Charakterkopf! Und er ist scheu, genauso wie früher. Der kleinere der beiden Igel ist viel zutraulicher, weniger ängstlich, mit hübschen Knopfaugen und eindeutig wesentlich weniger langer Nasenpartie…

Wir hoffen eigentlich ja dass er ein Mädchen ist und es vielleicht dann sogar bald Nachwuchs gibt, aber ich bin auch so richtig glücklich. Die ganzen Sorgen und die Arbeit haben sich gelohnt und mich um unzähliche Naturerlebnisse reicher gemacht. Nebenbei hab ich unheimlich viel gelernt, über Igel sowieso, aber auch um den Kreislauf der Natur und wie alles zusammen hängt. Zumindest in meinem kleinen Revier soll die Welt noch in Ordnung sein. Dazu hege ich die Hoffnung, dass sich immer mehr Gartenbesitzer in diesem Gedanken zusammenfinden – zusammen können wir schon etwas bewirken für Schwebfliegen, Laufkäfer, Vögel, Igel und all die anderen Bewohner von denen wir uns unser kleines Stück Erde eigentlich nur geliehen haben…

Nachtrag Oktober 2018: Berta, Billy & Teddy

Dieses Jahr ist es wieder soweit: ich päppel drei kleine Igel. Berta, Billy und Teddy (der eigentlich eine Bonnie sein sollte ; )) Ich trau mir jetzt mehr zu, übernehme sogar die Erstversorgung:
– wahrscheinlich Fliegen oder Maden-Reste mit Zahnbürste herausgekämmt
Flöhe (mit Jacutin Spray aus der Apotheke, bitte mit nichts anderem und unbedingt das Gesicht abdecken bei
– Zecken (mit Zeckenzange, bzw. um die Augen herum mit Wattestäbchen in Jacutin getränkt ganz vorsichtig beträufeln)
Fellpflege (sah trocken und an einigen Stellen etwas weißlich aus) Wo ich noch Ungezieferreste vermutete habe ich mit Jacutin-Stäbchen betupft. Ansonsten etwas Kokosöl (man soll auch Klettwurzelöl nehmen können) tropfenweise in die Stacheln gegeben, das verteilt sich dann durch die Körperwärme von ganz
Kotproben genommen, dafür musste immer einer separiert werden damit die Kotproben eindeutig zugeordnet werden können. Die gehen jetzt an das
Diagnostisches Labor
Lehrstuhl für Experimentelle Parasitologie
Tiermedizinische Fakultät LMU
Leopoldstr. 5, 80802 München
Tel.: +49 (0)89-21803621, Labor@para.vetmed.uni-muenchen.de

Im Herbst sind dort Igelkotproben bei der Erstuntersuchung kostenlos. wer selbst vorbeibringen möchte: Leopoldstraße 5 im 2. Stock Zimmer 216.

web-berta.jpg

web-Igel-Billy
Billy kurz nach der Zeckenbehandlung, unten seitlich sind einige kleinere zu sehen an die ich wegen Einkugeln nie mit der Zange heran kam. Deshalb nun nur mit Wattestäbchen und Jacutin – das konnte ich reinmogeln… Und es hilft…

Berta war mit 275g die Kleinste, gefolgt von Billy mit 375g, Teddy war mit 410g am größten, gleichzeitig auch am wenigsten rundlich. Er hatte eindeutig zu wenig Gewicht, zwischen Kopf und Körper war eine leichte Einbuchtung zu erkennen. Von einer richtigen Hungerfalte würde ich nicht sprechen, aber er war einfach nicht wirklich rundlich. Jeder der drei hatte Husten und jeder Hustrenreiz zerriss mir fast das Herz. Eine zwischenzeitlich kontaktierte Tierärztin, die auch selbst Igel päppelt, riet mir ab von der Messerspitze Bisolvon, die in vielen Foren als Prophylaxe bei Igelhusten empfohlen wird. „Viel zu viel und eher die Dosis für eine Katze, ausserdem nur bei Husten mit Schleim geeignet“, so Frau Dr.. Kotprobe abwarten, den Käfig sauber halten, Wärme – mich beruhigten ihre Worte, denn sie beruhigte mich auch dahingehend, dass Igel mit ein bisschen Husten durchaus umgehen könnten, es vielleicht auch nur eine Erkältung sei und sich ein leichter Befall oft auch durch Sauberkeit von allein lösen würde. Von der Ärztin war ich dann doch nicht so begeistert, habe deshalb den Link entfernt, denn letztendlich hatte sie einfach nichts da, als es nach dem Befund darum ging zu behandeln. Vielleicht auch deshalb die Ratschläge oben. Bin jetzt wieder so schlau wie vorher.

Berta futtert was das Zeug hält, Teddy ist rundlich und nähert sich mit seinen jetzt 562g seinem Schlafgewicht – der Husten ist bei den beiden gut zurückgegangen und fast nicht mehr exitent. Nur Billy macht mir Sorgen und ich bin gespannt auf die Kotproben-Ergebnissse morgen. Er nimmt auch nur mässig zu und hustet nach wie vor.

Insgesamt sind alle drei eher mäkelige Esser und damit so ganz anders als mein Charlie zuvor. Ich kann machen was ich will, ist kein Ei dabei, dann verweigern sie das Essen. Gekochtes Hühnerfleisch, leicht angebratenes Hackfleisch, Carny Dosenfutter – alles wird mehr oder weniger links liegen gelassen. Katzentrockenfutter wird geknabbert und ansonsten nur Ei, Ei, Ei!! Ich zermansche jetzt immer Katzenfutter (ohne Gelee und ohne Sauce!!!, das bereitet den Igeln Krämpfe) mit der Gabel, dazu kommen feine Haferflocken und dann eben reichlich vom zuvor georderten Ei…

Ich reinige den Käfig jeweils morgens, einfach deshalb morgens, damit es während des Tages nicht ganz so stinkt. Wische nach der Reinigung mit Essig aus und lege danach mit Zeitungspapier und Schnipseln neu aus. Parallel dazu wiege ich die Igel. Morgens wiegen hat meines Erachtens einen Vorteil: hat ein Igel über Nacht nicht genug gefressen, stelle ich noch einmal etwas hin – wie die Igelmama, die ihre selbstständigen Igelchen in den frühen Morgenstunden auch noch einmal säugt wenn die Nachtausbeute bei den Kleinen noch nicht zufriedenstellend war  ; )  Da ich derzeit zwei Igel in einem Käfig habe, kann ich das Futter nie wirklich genau taxieren und weiß vor allem nicht ob nicht z.B. Berta beiseite gedrängt wurde. Tatsächlich frisst auch immer nur der morgens nach, der noch Hunger hat. Wie ich merke dass sie noch Hunger haben könnten? –> wenn wirklich alles weggeputzt wurde ist und nicht noch ein kleiner Rest übrig geblieben ist, dann kann es gut sein, dass noch Hunger war. Wenn die zusätzlichen Brocken Katzentrockenfutter (gerade hoch im Kurs das Winston Katzentrockenfutter bei Rossmann mit hohem Fleischanteil und relativ wenig Gedöns) ebenfalls gegessen wurden kann ich mir dessen ziemlich sicher sein.

Aber sie sind lieb, so lieb! Ich bin ganz gerührt. Kein Fauchen, kein Beißen, kein auf die Schuhe zustürzen und reinhacken, kein Jagen der helfenden Hand wie ich das von Charlie kannte. Sie rollen sich ein bei Bewegung oder Geräusch, aber das vertraute Wiegen klappt jetzt auch schon ohne Stacheln aufstellen und ohne Handschuhe. Das sind die Igel von denen ich immer las und nicht der furchteinflößende Charlie, der mich zwar zum Schluß etwas weniger attakierte, aber bei einer fremden Hand in seinem Gehege bis zuletzt kein Pardon kannte. Und alle drei sind ausnahmslos nachtaktiv, was ja ein gutes Zeichen ist.

Warum ich das alles schreibe: ich möchte unsichere Igelpäppler wie ich es beim ersten Mal war beruhigen – jeder Igel ist komplett anders und man muss sich wie bei kleinen Kindern einfach drauf einlassen und dem eigenen Gefühl vertrauen. Mit jedem Igel wird man ein Stückchen sicherer, lernt jedes Mal einen neuen Trick hinzu. Und manchmal muß man auch einfach loslassen von seiner Erwartungshaltung, so wie bei meinen Geschwisterchen hier: von Nestbau haben sie bisher rein gar nichts gehalten. Was bei Charlie höchster Spaß war und er das Knistern der Seidenpapierstreifen einfach liebte, lässt meine drei hier bisher noch kalt. Nur Teddy sollte langsam üben – das erste Freigehege wird heute klar gemacht und ich denke mal in einer Woche darf er, wenn die Kotproben passen, raus in die Kälte zum Überwintern…

6. November

Juchuuuu!! Sie bauen alle, verschließen die Türen gescheit – diese Nacht war da ein Rascheln und Häuschen schubsen. Bisher haben die Kleinen fast nur geschlafen, selbst nachts war da nicht soviel los. Oft rückten zwei auch noch zusammen, bzw. die kleine Berta den beiden Brüdern(?) auf die Pelle. Seit zwei, drei Tagen mögen sie es separiert. Heute wurden über Nacht zum ersten Mal alle draussen liegenden Papierstreifen verarbeitet, und es waren viele! Wichtig ist, die einzelnen Streifen aufzuplustern, ganz leicht jeden einzelnen zu knüllen – auch Laub liegt schließlich nicht platt auf dem Boden ; )  Als ob sie sich abgesprochen hätten bauten alle drei zugleich, nachdem Billy den rabiaten Anfang machte wie auf dem Foto unten zu sehen.

Heute ist der Tag der Wahrheit, die Kotproben-Ergebnisse werden per Email gesandt. Alle drei nehmen moderat zu, manchmal nur 10g am Tag, aber es wird jetzt, nach 14 Tagen, zunehmend konstanter. Berta wog gestern 439g, Teddy 582g und Billy, mein Sorgenkind mit dem Husten, leider nur 455g. Er wird wohl am längsten bei mir im Warmen bleiben, bei ihm rechne ich mit Parasitenbefall, der behandelt werden muss.

Übrigens: jetzt wo auch alle Mini-Zecken weg sind, jetzt dürfte ich mit etwas Streicheln und Zureden ran an die Stellen. Seufzzz, hätte das nicht früher sein können…

9. November

Zu früh gefreut: vom Darmsaugwurm über Lungenwürmer bis zu Haarwürmern, bis auf Teddy haben alle drei alles. Und das nicht nur ein bisschen, genannt ‚vereinzelt‘, eventuell auch ‚zahlreich‘, nein ‚massenhaft‘ war das angstmachende Wort. Ich kürze hier an dieser Stelle ab: Droncit gegen den Darmsaugwurm muss schnell verabreicht werden, damit sich dieser nicht einnisten kann, danach folgt die Behandlung mit Levamisol (2x Spritze im Abstand von 48h) gegen Lungenwürmer und abschließend 2-3 Tage Flubenol gegen Haarwürmer. Den Medikamenten muss Gelegenheit gegeben werden sich zu verstoffwechseln, d.h. die Wirkstoffe müssen im Organismus vor dem Winterschlaf vollständig abgebaut sein – das dauert 5-8 Tage.

Wer sich nicht auskennt sollte sich auf Facebook Gruppen wie z.B. dieser –> Igelhilfe München und Umgebung anschließen. Dort bekommt man Rückhalt und konkrete Hilfe.
In meinem Fall z.B. auch für die schnelle Hilfe Droncit noch spät abends. Wir sind jetzt mittendrin in der Behandlung, bei allen dreien passt es soweit, aber weder der lösende Husten hat eingesetzt, noch hat sich der Kot grundlegend verbessert, noch fressen sie mehr. Aber vielleicht setzt ein kleines Wunder ein nach der zweiten Spritze Levamisol morgen.

Rückblickend sind nicht die Igel das wirkliche Problem, sondern der Nerv mit den Tierärzten, die sich nicht wirklich auskennen wie schon oben und nachfolgend  beschrieben. Einem Igel mit Darmsaugwurm mit Hygiene beikommen zu wollen ist Russisch Roulette und spricht nicht für die Kompetenz des Arztes in der Franziskanerstr. . Auf meiner kleinen Odyssee hatte ich dann auch noch versucht beim Hunde-Tierarzt meines Vertrauens in der Au Medikamente zu bestellen, die Befunde und die genauen Anweisungen für den Tierarzt von –> Pro Igel immer dabei. Hier man im Prinzip willig, aber sie mussten sich erst schlau machen (was auch 5 Stunden später nach dem ersten Telefonat noch nicht der Fall war) und die Bestellung der Medikamente (wenn es dann geklappt hätte) hätte durchaus 4 Tage dauern können. In der Zeit hätten mir die Igel mit dem Darmsaugwurm sterben können. Jede Apotheke dagegen bekommt Medikamente über Nacht. Und dann das Geschiss mit den Medikamenten: Flubenol ist verschreibungspflichtig, ist aber über Internetapotheken erhältlich. Droncit war bis Beginn dieses Jahres frei verkäuflich, ist jetzt auch verschreibungspflichtig.

Ich wünsche mir eine Igel-Welt, in der mit einem entsprechenden Kotprobenbefund! das Medikament in der Apotheke verkauft werden dürfte – oder einfach Tierärzte, die sich auch bezüglich Igel schlau machen, Medikamente in der Praxis vorrätig haben würden, um schnell weiterhelfen zu können. An dieser Stelle ein Danke an —> Frau Dr. Breith in Unterföhring, die sich mit Igeln wirklich auskennt. Für mich ist die Fahrt nach Unterföhring aber schon eine kleine Reise, wer nicht motorisiert ist, hat so gut wie keine Chance zu einem igelkundigen Tierarzt zu gelangen. Vom Zeitfaktor einmal ganz abgesehen…  Wie gesagt, nicht das Kümmern um die Igel war das Problem, stressig war nur das ganze Drumherum. Ich kam mir vor wie in Kriegszeiten, in der Medikamente nur auf dem Schwarzmarkt erhältlich waren. Das kann doch alles nicht wirklich sein!

Bisher fraßen meine drei ja nur Rührei, was aber definitiv zu einseitig ist. Ich hab dann schon immer 50:50 Rührei und leicht angebratenes Hackfleisch (mässiger Erfolg, das Hackfleisch wurde kundig aussortiert) und Katzennassfutter Carny untergejubelt. Letzteres mit der Gabel zerdrückt und mit Wasser angematscht, dann unter das Rührei gehoben. Mit Parasiten befallende Igel sollen sich manchmal auf nur ein Futter versteifen, warum auch immer. Meine jedenfalls haben immer erbarmungslos aussortiert. Nach der den ersten beiden Medi-Kuren hab ich noch einmal versucht und nur Carny hingestellt. Sie haben gefressen!, zwar nicht üppig, zugenommen wurde nicht wirklich, aber das erste Mal. Heute Abend gibts gekochtes Hühnerklein (ohne Haut) und einen kleinen Unterschenkel…

Aber den ganzen Nerv vergißt man schnell, wenn die Kleinen dann putzmunter sind. Deshalb an dieser Stelle ein aufmunterndes Bild vom dicken Teddy, der jetzt über 600g wiegt und durch die ganze Behandlung noch ca. 10-14 Tage Innendienst bei bester Verpflegung erhält – er wird propper in den Winterschlaf gehen und seinem Namen alle Ehre machen  ; )

webTeddy-beim-Tierarzt
Der neugierige Teddy beim Tierarzt – die anderen haben sich eingekuschelt unter den Zeitrungsschnipseln und Handtuchfalten…
gehege-Igel
Die erste Nacht in der richtig gewerkelt wurde – der Saustall ist ansonsten ganz normal ; )
haus-bau-Igel
Jetzt war Billy doch der Meinung er könne ja mal die Tür hinter sich schließen. Statt der kleinen Streifen bevorzugte er eine brachiale, aber wirkungsvolle Methode ; )

 

 

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