Rhabarberflittchens Garten

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Der Küchen- oder Gemüsegarten mit den Rundbeeten aus Stahlblech und zwei hüfthohen Hochbeeten aus Aluminium…

Den Sommer Revue passieren lassen. Mein Garten in Bildern… Zwei Eingänge. Manchmal weiß ich nicht wo vorne und wo hinten ist und eigentlich betrete ich meinen Garten, genauso wie die meisten Besucher, immer durch den Hintereingang. Zuerst gab es nur den auf dem oberen Bild etwas versteckt gelegenen Zugang hinter dem Apfelbaum. Das wäre dann von der ursprünglichen Planung und den angelegten Wegen her betrachtet der Haupteingang und eigentlich bietet das Tor dort das schönere, großzügigere Entree. Aber wie das in den Schrebergarten-Anlagen oft so ist, wirklich praktisch war das nicht mit dem Anfahren von der Gemeinschaftsanlage zum eigenen Garten. Die Wege waren lang, der Nerv mit dem großen Tor, Auto rein, gleich wieder raus…  Jetzt bin ich mein eigener Herr und habe einen zweiten Eingang. Der zwar etwas schmal geraten ist, weil Platz dort knapp ist mit einem durch zwei Tannen dimensionierten Durchgang, dem Schuppen und den vielen Baumwurzeln, die den Weg bestimmen.

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Der erste Blick vom eigentlichen Hintereingang in den Garten…
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Das Schattenbeet rechts vom Hintereingang – leider werd ich hier immer wässern müssen, weil der Erde durch die großen Tannen ständig Wasser entzogen wird. Auch regelmässige Kompost- und Bentonitzugaben werden da wenig richten können
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Die Wachsglockenblume mit ihren schön gezahnten Blättern erreicht eine Wuchshöhe von bis zu 1m. Die zartgelben Blüten erscheinen im beginnenden Herbst. Obwohl eher feuchten Boden bevorzugend kommt sie mit meinem sehr durchlässigen, trockenem Waldboden erstaunlich gut zurecht. Die Storchschnabelarten gestalten den Übergang zum Weg und bringen dezent Farbe ins Spiel…
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Eine meiner Lieblingskompositionen: filigran die Gräser und Farnwedel, eindrucksvoll das großblättrige Tafelblatt ‚Astilboides tabularis‘ – in kunstvollen Grünschattierungen zeigt sich die Funkie und wird überschattet von der im Herbst zart gelb blühenden Wachsglockenblume.
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Die Regentonne – aufgebaut vom Schwager und meiner Schwester als Geburtstagsgeschenk – ich wär verzweifelt an dem Ganzen ; )
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Blick auf den Hintereingang mit dem von mir selbst gegossenen Kieselsteinweg. Links hinter dem Chinaschilf Miscanthus sinensis ‚Malepartus‘ steht die große Regentonne vom Foto zuvor

Vom rückwärtigen Eingang mit Kieselweg geht man unter der Pergola durch zur Terrasse. Rechter Hand liegt dann der Gemüsegarten mit den runden Beeten der im obersten Foto zu sehen ist. Die Stahlbleche habe ich mir schweißen lassen und bin bis heute begeistert über diese Lösung. Der Gemüsegarten erhält dadurch Struktur und der rostige Stahl hält mir die Schnecken weitgehendst aus diesen Beeten mit der Stahleinfassung fern – Rost scheinen Schnecken nicht wirklich zu mögen. Die Erde hier war, wie im ganzen Garten, die reinste Kiesfläche und ich im wahrsten Worte ’steinreich‘. In den unteren Erdschichten ist das gar nicht schlecht, es bildet sich keine Staunässe, aber für die zarten Wurzeln der Gemüsepflanzen geht das gar nicht. Daher kam ich auf die Idee der Beetaufschüttung. Die Erde darin ist perfekt für mein Gemüse und die Wurzeln, die weiter nach unten wollen finden dort zusätzliche Fläche vor.

Wieviel Kieselsteine ich aus der Erde geklaubt habe kann man sich kaum vorstellen. Bis heute schreckt mich kein Unkraut, kleine Steinchen sammeln ist viel, viel aufwendiger. Genau wegen dieser Steine ist mein Garten aber ein Kiesgarten geworden – gesammelte Steinchen werden einfach auf die Kiesfläche geworfen. Kleinere Kiesel habe ich wegen der besseren Begehbarkeit und Festigkeit noch dazu gekauft, die Grundsubstanz aber stammt handverlesen aus der eigenen Erde. Dadurch wirkt die Kiesfläche aber nicht steril, sondern weist herrliche Färbungen im eher gelblichen, erdverfärbten Bereich auf.

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Die Kieswege dürfen von Kräutern und bienenfreundlichen Blumen erobert werden. Manchmal helfe ich regulierend nach…
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Der Garten im Frühherbst

Das Foto unten mit der schönen Hortensie ‘Annabelle‘ führt vom Hauptgarten aus Richtung Hinterausgang, die zwei Hochbeete aus Aluminium gehören zum Gemüsegarten. Die Kiesgartenpflanzen grenzen den Küchengarten vom Kiesplatz mit dem selbst gebautem Gartentisch ab. Denn der Gemüsegarten sieht ja nicht immer perfekt aus und die Sträucher davor bieten den Amseln gern gesehene Verstecke. Im Herbst bleiben darunter die Blätter liegen und allerlei Kleintieren Schutz.

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Der Übergang zwischen dem Gemüsegarten und der Kiesfläche mit Sitzplatz wird fliessend gestaltet. Sich per Versamung ansiedelnde Pflanzen sind gern gesehen…
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 Die ‚Annabelle‘ wird flankiert von Gräsern, Gamander, Rosmarin, Gewürzfenchel und dem Patagonischen Eisenkraut

Das kleine Gartenhäuschen aus Beton ist mit 12qm eher klein geraten und bietet Platz nur für das Notwendigste. Das oberste Foto zeigt das Haus im ersten Jahr der Übernahme – mittlerweile wächst es immer mehr zu, der Blauregen hat sich etabliert… Damals waren die Fensterrahmen noch türkis – huet sind sie grau.

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2016 | Das Gartenhäuschen nach dem Streichen und Entmüllen – damals noch mit türkisfarbenen Fensterrahmen…
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Ein Jahr später – der Blauregen faßt Fuß und irgendwann werden die Amseln die offene Nisthöhle bevölkern wenn genügend Schutz vorhanden ist… 
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2017 | Die Kiesfläche für den Tisch ist gerade fertig gestellt, die Fläche sieht in der Einstellung geradezu überdimensioniert aus, ist aber genau bemessen wie das Foto unten zeigt. Der Bewuchs ist noch so wunderbar klein und übersichtlich –– ein Jahr später und ich muss drüber lachen  ; ), wird mich aber zum üppigen Schneiden anregen… Rechts die Outdoorspüle mit der sogar Abwasch per Hand richtig Spaß macht. Vorne testen wir Kokoserde und üben Springen während die Erde im Wasser quillt…
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2018 | Das Herz des Gartens: manchmal schön dekorierte lange Tafel, an anderen Tagen Arbeitstisch zum Kräuter sortieren, Gemüse schneiden und Outdoor-Einkochen…

Das Schattenbeet unter dem Apfelbaum ist mit Buchskugeln, Hostas und Schattenseggen sowie Silberkerzen, Wachsglocke und Gräsern bestückt. Im ersten Jahr wuchs alles nicht ganz so zügig an – ich habe meinen geliebten Allrounder, die Kapuzinerkresse dazwischen gesät. Sie macht aus jedem Blumenbeet innerhalb der ersten Saison einen Hit! Mittlerweile bestimmen die Seggen, wie geplant, das Bild. Ich wollte hier eine unkomplizierte Beetgestaltung, die keine Arbeit macht. Zwischengestreut sind runde Trittsteine, die für die Kleinen eine echte Herausforderung darstellen. Und selbst wenn einmal ein Kinderschritt daneben geht ist das keine Tragödie…

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Die Gräser im zweiten Jahr – sie sind zu stattlichen kleinen Horsten mit vielen Ablegern herangewachsen. Um die Funkien nicht zu sehr zu bedrängen, bevor sie selbst stattliche Horste gebildet haben, halte ich die Seggen akribisch in Schach. Sie sind wintergrün und setzen von daher frische Farbtupfer im ansonsten doch etwas kahlen Winter-Garten. Im späten Frühjahr gibt es parallel zum Verblühen der Vergißmeinnichtpflanzen einen unschönen Zeitpunkt, an dem die Seggen viele gelbe ‚Blätter‘ zeigen – kurz danach zeigt sich neuer Austrieb und die Seggen stehen wie den Rest des Jahres wieder wunderschön da… Verträgt Wurzeldruck und Trockenheit, ideal für problematische Standorte…
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Das Schattenbeet unter den Apfelbäumen im flirrenden Sonnenlicht. Vorne gestalten Prachtspieren, Gamander und Ballonblumen den Übergang zwischen Beet und Kiesweg. Ganz vorne im Bild die blau blühende Bartblume
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Blick vom Schattenbeet unter dem Apfelbaum auf den Brunnen und den dahinter liegenden Gemüsegarten. Chinaschilf, hohe lilablühende Herbstastern und Silberkerzen bilden eine optische Begrenzung. Im Vordergrund dann die niedrige Pflanzungen von Schattenseggen, Buchskugeln und Funkien. Akeleien und Fingerhut dürfen bei mir übrigens machen was sie wollen ; ) und ich freu mich jedes Jahr auf Überraschungen – helfe aber auch hier etwas nach
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Die fast hüfthohe Wolfsmilch ‘Euphorbia characias ssp.wulfenii‘ umspielt den nicht ganz so charmanten Brunnen, einen einfachen Schlagring, den ich mittlerweile aber ganz gerne mag seitdem er nicht mehr isoliert hervor sticht und von Wolfsmilch, Storchschnabel, Blutweiderich und Blutsauerampfer umgeben ist.
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Das zweite Schattenbeet unter den Apfelbäumen. Im Vordergrund die Bartblume kurz vor der blauen Blüte, im Hintergrund der Blick auf die neue Auflockerung in der Kiesfläche. Auf den Hauptwegen habe ich Unkrautvlies liegen, ich würde sonst in Giersch ersticken – nach und nach wird dieses wieder entfernt und durch auflockernde Pflanzen ergänzt…
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Das Beet unter dem Apfelbaum zeigt sich im Frühjahr als einzige blaue Wolke aus Vergissmeinnicht

Ab hier gehts Richtung Haupteingang – das letzte Wegstück ist erst Frühsommer 2018 fertig geworden und schaut deshalb noch sehr clean aus – wie auch die anderen Kiesflächen wird nach und nach aufgelockert, im Blackbox-Stil dürfen sich im Laufe der Zeit viele Pflanzen kontrolliert ausbreiten und versamen. Vor der weißen Rispenhortensie (die sich dann im Herbst immer wunderschön roséfarben färbt), das kleine Kinder-Hochbeet. Meistens finden Karotten und Erbsen darin ein zu Hause. Ich tausche einfach schnell die Erde aus wenn ich das Gefühl habe jetzt müsste eigentlich ein Fruchtwechsel sein.

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Ende August 2017 | Der Weg zum Haupteingang im ersten Jahr…
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Juni 2018 – kleine grüne Hölle Im 2. Jahr nach neuanlage dieses Gartenbereichs. Auch der Zierapfel wirkt gesünder… Der Zierrhabarber hat nach dreimaligem Umsetzen auch endlich einen Platz gefunden der ihm behagt. Am Kinderbeet hangeln sich schon die ersten Walderdbeeren entlang und dürfen natürlich gerne bleiben

Das hier hinten war die drei Jahre lang meine Schmuddelecke, da der Weg zu diesem Tor eigentlich nur von der Schubkarre genutzt wird wenn ich Fallobst, Braunfäulebefallenes & Co zur Sammelstelle der Anlage bringe. Ganz am Ende des Gartens gelegen galt hier ‚aus den Augen aus dem Sinn‘.

Ganz geschickt hatte der Vorgänger einen Zierapfel so gesetzt dass er den Blick in den Garten von aussen sichtversperrt. Leider war der Strauch so krank, dass ich immer wieder daran denke ihn ganz zu entfernen. All das hemmte die Schaffenskraft. Ja, und dann benötigte ich auch mehr Beete – nie hätte ich bei Gartenübernahme gedacht, dass statt den Blumenrabatten dem Gemüse einmal meine ganze Liebe gehören würde. Zusätzliche halbhohe Beete wurden der Rasenfläche abgeknapst, ein kleines Kinderbeet wurde oben gerade mit Grassoden und Pflanzenresten gefüllt um über den Winter dann zu guter Gartenerde zu werden. Ich habe zusätzlich mit Karton abgedeckt, so konnten die Bodenlebewesen länger arbeiten. Im Frühjahr hat mein Enkel dann Erbsen setzen dürfen.

Optisch gehören die zusätzlichen Gemüsebeete dort gar nicht hin und deren Einbindung ist auch nicht wirklich toll. Ich weiß um diese Schwachstelle, aber hab einfach das Beste daraus gemacht. Vielleicht packt mich ja irgendwann der Wahn und ich gestalte noch einmal ganz anders ; )

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Links hinten ist dann das Gartentor. Gut zu sehen ist wie wohl sich der Zierrhabarber an seinem neuen Platz fühlt. Alles andere sind Ableger aus dem eigenen Garten…
Lemonade
Es gibt auch eine kleine Wiese, die haben sich meine Kinder gewünscht – der Limostand dort ist Kinderarbeit und Weihnachtsgeschenk und auf Gartenpartys gern besuchter  Mittelpunkt…
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Der eigentliche Haupteingang von innen gesehen. Der großzüg angelegte Kiesweg wird hauptsächlich genutzt um Gartenabfälle zur Sammelstelle zu transportieren – gelegentlich kommt auch ein Nachbar entlang : )

Um die Vorstellung vom Garten noch etwas leichter zu gestalten hier die soeben erhaltene Übersicht. Ich musste zweimal hinschauen bis ich den Garten erkannte – eine wundervolle Sonntagsarbeit von Robinson & Balthazar… Rhabarberflittchen sagt Danke für dieses wundervolle Knet-Motiv des Gartens:

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Rhabarberflittchens Garten als Modell – alles wichtige ist drauf ; )

 

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