Lieblingsblume Mutterkraut ’Million Blooms’

Tanacetum niveum ‚Jackpot‘ – meine neue Lieblingspflanze… Das normale Mutterkraut ist eine eher unscheinbare, aber dankbare Pflanze, die sich gerne selbst versamt und aus meinem Garten nicht wegzudenken ist. ’Tanacetum parthenium’ stammt aus der Familie der Rainfarn-Gewächse, riecht gewöhnungsbedürftig und eher streng. Eigentlich gibt es keinen Standort den sie nicht mag, ist ziemlich frosthart und absolut unproblematisch. Das gelbliche Grün wirkt im zeitigen Frühsommer frisch und wie der Inbegriff von Sonne, Kindheit, Blumenwiesen.

Am liebsten sind mir die jungen Pflanzen im zweiten Jahr, noch ältere sind oft schon leicht sparrig gewachsen und werden manchmal doch sehr groß. Halbhoch gewachsen und Lücken füllend sind sie mir schon in meinen Balkonjahren ans Herz gewachsen. Als kleiner Ableger hat die Ursprungspflanze den Weg aus Nordrhein-Westfalen nach Bayern auf sich genommen und sich seit fast fünfzehn Jahren hier gehalten – nie gut behandelt, manchmal vergessen und unsichtbar, bis sich im Folgejahr dann doch wieder ein Pflänzchen aus einem verschütt gegangenen Samenkorn etablierte. So eine Pflanze ist das…

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Absolute Lieblingsblume Mutterkraut ’Million Blooms
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Auf der Suche nach der ’Million Blooms’ meinen Garten kennenlernen… 
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Das etwas kompaktere Mutterkraut ’Tanacetum parthenium’ nutze ich auch gerne als  Schnittblume, hier zusammen mit Frauenmantel

Doch die Rede soll heute nicht von diesem ’normalen Mutterkraut’ sein das ursprünglich aus dem Garten meiner Mutter entstammt. Als Neu-Gartenbesitzerin immer auf der Suche nach Ungewöhnlichem, entdeckte ich das graublättrige Mutterkraut ’Million Blooms’ und was soll ich sagen, es ist die große Liebe und aus meinem Garten nicht mehr wegzudenken. Leicht skeptisch betrachtete ich zunächst den Werdegang der kleinen, selbst gezogenen Sämlinge, die als Jungpflanzen sehr filigran und wenig wirkungsvoll rüberkamen. Wäre nicht diese lang verwurzelte Liebe zu Mutterkraut generell gewesen – ich glaube kaum, dass ich diesen zunächst etwas mickrig wachsenden Pflänzchen soviel Raum gegeben hätte.

Das ’Million Blooms’-Blattwerk ist wunderschön silbrig-grün und Wolken gleich schweben die Millionen kleiner Blütenköpfe an zarten Stengeln. Unermüdlich blüht sie über zwei, drei Monate hinweg. Durch den zarten, durchlässigen Wuchs ist sie perfekt als Unterpflanzung, wie hier bei den empfindlichen Obst-Ballerinas, die sich ihren Wurzelraum nicht gern mit anderen teilen. Leider hab ich dann im fortschreitenden Sommer viel zu wenig auf die kleinen Blüher geachtet und gar nicht  gemerkt wie und wann genau sie schwanden. Dann auf einmal war die Pracht dahin – vielleicht hätte ich zwischendurch mehr schneiden sollen um den Blühzyklus zu verlängern?

Nach der Samenernte habe ich voller Hoffnung auf einen schönen Neuaustrieb zurückgeschnitten, doch fiel dieser eher spärlich aus. Wahrscheinlich hatte sich der unermüdliche Blüher zu sehr verausgabt um noch wirklich schönes, neues Blattwerk zu bilden. Volle Sonne tut ihr übrigens gut, bei mir wurden die kleinen Halbkugeln um die 50cm hoch, unter den Apfelbäumchen auf dem Foto unten stehen insgesamt vier der Million Blooms – ihr Ausbreitungsdrang ist also beachtlich, stört aber nicht. Manche der Vorjahrespflänzchen scheinen den Winter überstanden zu haben, andere sehen nicht danach aus, aber ich warte das Frühjahr ab. Auf kleine Sämlinge durch Selbstversamung bin ich gespannt, habe aber auch genügend Saatgut geerntet um für Nachschub zu sorgen und um ein paar Portionen* von Tanacetum niveum ‚Jackpot‘ abgeben zu können…

Das graublättrige Mutterkraut ist laut Beschreibung der Profis zweijährig, was mich etwas verwirrt hat, blühen die meisten Zweijährigen doch erst im zweiten Jahr. Bei mir haben die selbstgezogenen, im Zimmer vorkultivierten Pflanzen noch im gleichen Jahr in voller Pracht geblüht. Wie schon beschrieben und laut Stand von Mitte März ’18 haben einzelne Pflanzen wohl den Winter überstanden. Ob eine Versamung stattgefunden hat – zu sehen ist draussen noch nichts, ich werde aber berichten. Parallel beginne ich sicherheitshalber mit der Vorkultur drinnen…

*Bei Interesse einfach eine Nachricht —> hier hinterlassen. Vielleicht kann jemand tauschen gegen Bohnen oder Balkan-Bärenklau/Acanthus hungaricus? Schreibt doch einmal von Euren Erfahrungen mit Mutterkraut und hinterlasst einen Kommentar…

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Kleine weiße Wolke mit silbrigen Blättern am Ende des Weges 
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Hier sind zwei Pflänzchen zusammengewachsen und breiten sich aus… 

 

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Anstatt gleich bei meiner Ankunft im Garten bei optimalen Lichtverhältnissen Fotos zu machen verschiebe ich meist viel zu weit nach hinten wenn die Sonne untergeht – so sehen dann die Fotos aus… Ich habs aber trotzdem verwandt weil hier das zarte Wolkenmeer so wunderschön zu sehen ist…
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Nachtrag Mai 2018 | Die Million Blooms als Teenie – bzw. Halbwüchsige von einem den Winter überlebendem ‘Busch‘. Wächst nicht ganz so buschig wie aus neuem Saatgut, da nur ein Seitentrieb den Winter überstanden hat. Aber es lässt sich schon schön erkennen wie sich die Ästchen den Weg durch Nachbarpflanzen bahnen – für mich ein idealer Lückenfüller…

Auf diese Rainfarn-Art bin ich übrigens auch sehr gespannt: ‘Tanacetum vulgare Crispum‘, der krause Rainfarn. Giftig, aber sehr dekorativ. Er soll sich durch kurze Ausläufer ausbreiten, wird bis zu 80cm hoch und schmückt sich Juli/August mit gelben Blütenköpfchen. Bei diesem Pflanzenkauf auf den —> Freisinger Gartentagen hatte ich im Anschluß den Überblick verloren, sie einfach irgendwo in die Erde gesetzt und auf die Blüte gehofft, die dann noch nicht kam. Heute habe ich in einer fb-Staudenfreunde-Gruppe fachmännische Hilfe bei der Pflanzenbestimmung gefunden – für mich scheint heute der Tag des Rainfarns zu sein ; ). Gekauft hatte ich mir diese alte Klostergartenpflanze übrigens genau wegen ihrer Giftigkeit, ein Tee oder Aufguss aus Rainfarn schützt Pflanzen gegen Schädlinge wie Raupen, vor allem aber wirkt sie als Pflanzenstärkungsmittel und sorgt als Spritzung für Wüchsigkeit. Sobald sie sich etabliert hat bei mir wird sie weitgehendst gekappt, die Blätter getrocknet. Diese ’Teeblätter’ lasse ich später 15min ziehen, filtere Kleinpartikel heraus und spritze Sorgenkinder damit. Stark verdünnt eignet sich Rainfarn auch zur Pflanzenstärkung per Gießwasser.

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‘Tanacetum vulgare Crispum‘, der krause Rainfarn – wird es nach seiner Eingewöhnungsphase schwer haben bei mir ; )

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